Gewichtszunahme bei Antidepressiva oft vermeidbar

Einige Medikamente gegen Depressionen können zu einer Gewichtszunahme führen.

Wenn Frauen im Beipackzettel von einer möglichen Gewichtszunahme lesen, wollen viele das Antidepressivum gar nicht erst einnehmen. Aber wenn die Beratung des Apothekers nicht nur fachlich, sondern auch kommunikativ auf die Bedürfnisse der Patienten eingeht, lassen sich diese Ängste oft abbauen, sagte Hiltrud von der Gathen, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesapothekenkammer. Ein häufiges Symptom von Depressionen ist, dass der Appetit abnimmt. Nimmt ein Patient ein Antidepressivum, so bessert das nicht nur seine Stimmung, sondern auch der Appetit kehrt zurück.

Einige antidepressive Wirkstoffe führen als Nebenwirkung zu einer Mundtrockenheit. Der Patient trinkt deshalb viel. Leider entwickelt er unter der Therapie eine starke Vorliebe für süße Getränke. Wenn Patienten das wissen, können sie sich bewusst gegen kalorienreiche Getränke und für Wasser entscheiden. So bleibt die gefürchtete Gewichtszunahme oft aus. Die erwünschte depressionslösende Wirkung von Medikamenten beginnt oft erst nach etwa 2 Wochen. Die Nebenwirkungen sind doch hingegen sofort spürbar. Das müssen Patienten wissen, sonst zweifeln sie an ihrer Therapie und halten nicht durch.

Quelle: Ernährung & Medizin 4.2015 (30.Jahrgang, Haug- Verlag) S. 148 ABDA